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Eine Lachgeschichte - Predigt von Pfarrer Jochen Lütgendorf zum 4. Advent  
über Genesis 18, 1-2.9-15 

Der HERR erschien Abraham im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. Darum lachte sie bei dich selbst und sprach: Nun, da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren, und auch mein Herr ist alt! Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin? Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht -, denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.

 „Lach- und Sachgeschichten mit der Maus“, die kennt wohl jedes Kind. Was wir hier vor uns haben ist auch eine ausgesprochene „Lachgeschichte“, nämlich aus der Bibel. Ich wüsste dort keine zweite, in der das Lachen so sehr im Mittelpunkt steht.

Lachen ist ja etwas Wunderbares. Es tut gut, es ist gesund, es steckt an. Allerdings hat es auch eine dunkle Seite. Gar nicht schön ist es, wenn man belächelt oder ausgelacht wird oder gar lächerlich gemacht. Das tut weh.

Eine recht merkwürdige Geschichte haben wir da vor uns. Abraham bekommt Besuch und begegnet ihm mit der berühmten orientalischen Gastfreundschaft. Einige Verse sind oben im Text ausgelassen, in denen erzählt wird, wie Abraham die Gäste üppig bewirtet, bzw. genauer gesagt durch seine Frau bewirten lässt. All das ist nicht ungewöhnlich, wohl aber der Besuch, von dem mal in der Einzahl, mal in der Mehrzahl berichtet wird. Der HERR, Gott selbst, soll es sein in Gestalt von drei Männern. Merkwürdig.

Noch sonder- bzw. wunderbarer ist die Botschaft, die sie im Gepäck haben und sozusagen als Gastgeschenk mitbringen: Sara soll Mutter werden, Abraham und Sara Eltern. An sich nichts Ungewöhnliches, wären die beiden nicht schon ewig kinderlos und inzwischen steinalt. Die zufällig mithörende oder lauschende (?) Sara kann darüber nur lachen. Absurd! Die Wechseljahre liegen lange hinter ihr, und „Liebeslust“ mit ihrem alten Herrn kann und mag sie sich auch nicht mehr vorstellen. Sie hält das alles für einen schlechten Scherz. Wer mag es ihr verdenken. Vielleicht ist ihr Galgenhumor ja sogar besser als sich aufzuregen darüber, dass sich jemand angesichts ihrer ungewollten Kinderlosigkeit auch noch so einen schlechten Scherz erlaubt. Die Besucher haben für Saras Reaktion aber kein Verständnis. Da hilft auch leugnen nichts.  Sie lassen es ihr nicht durchgehen. Sie bleiben bei ihrer Verheißung: Nächstes Jahr bist Du Mutter.

Was fangen wir nun an mit dieser Lachgeschichte? Und warum hören wir sie ausgerechnet am 4. Advent? Nun, sie reiht sich ein in die beiden adventlichen Geburts-Ankündigungs-Geschichten, von denen Lukas erzählt. Maria, die Jungfrau, soll schwanger werden, und ebenso die alte Elisabeth, die später Johannes (den Täufer) zur Welt bringt. Auch hier geht beides „nicht mit rechten Dingen zu“. Und auch das Umfeld vom Maria und Elisabeth hält ihre Erklärungsversuche für die Schwangerschaften für lächerlich.

Der Kernsatz in der Lachgeschichte rund um Sara lautet: „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?“ Ebenso wie bei Maria und Elisabeth soll diese besondere, undenkbare Schwangerschaft der Sara uns zeigen, dass Gott selbst am Werk ist.  Es geht nicht eigentlich um das biologische Wunder, sondern um das Vertrauen, dass Gott erfüllt, was er verheißt.

Zu einem solchen Glauben sind auch wir eingeladen. Natürlich sollen wir dabei nicht unseren Verstand an der Garderobe abgeben, Wunder können ja auch geschehen, ohne dass dabei die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden.  Aber so oder so ist es segensreich, sein Vertrauen auf Gott zu setzen, auch gegen den Augenschein. Wer dagegen Gottes Zusagen hochmütig belächelt, wird auch keine Wunder sehen.

 

Die Bibel berichtet schließlich davon, dass Abraham und Sara tatsächlich Eltern eines Knaben werden und ihn Isaak nennen. Die Mutter begründet die Namensauswahl so: „Gott hat mir ein Lachen zugerichtet“. Denn im Namen „Isaak“ steckt das hebräische Wort „Lachen“.

Sara bekennt also sinngemäß: Ich fand die Verheißung lächerlich, aber Gott mich zum Lachen gebracht. Und so wünsche ich uns, dass auch wir Gottes Zusagen und Verheißungen vertrauen, auch und gerade in diesen wirren Zeiten, und erleben, dass Gott uns schließlich zum Lachen bringt. Denn Sie wissen ja: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Amen. 

Bild gemeindebrief.de/Lotz

Eine Andacht von Diakonin Anke Beisemann

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2020:
Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!
Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
(Jesaja 58, 7) 

Liebe Gemeinde, 

Der Monatsspruch für Dezember hat gerade heute für mich eine große Aktualität, weil ich gerade von der Tafelausgabe unserer Gemeinde, dem Lukastisch, komme. Ich war dort, um mir vor Ort die Arbeit des Ehrenamtler-Teams anzuschauen und mich über die Menschen zu informieren, die die Tafelausgabe in Anspruch nehmen. Einen kurzen Blick konnte ich auch noch in den gemeindeeigenen Kleiderladen werfen, in dem gebrauchte Kleidung günstig angeboten wird.

Es sind mittlerweile 300 Menschen, die regelmäßig zum Lukastisch kommen, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Einerseits finde ich es großartig, dass unsere Gemeinde diese Unterstützung mit Hilfe der Ehrenamtlichen leisten kann, andererseits bin ich entsetzt, dass wir in einer so reichen Stadt wie Düsseldorf in diesem Maße unterstützen müssen. Und wir sind ja nur eine von vielen Tafelausgaben in der Stadt.

Im biblischen Sinn dürfen wir uns an den Gaben freuen, die wir von Gott geschenkt bekommen. Wir sind aber auch aufgefordert diese Gaben wie Reichtum, Fülle und Überfluss zu teilen, anderen Menschen etwas abzugeben. Wir sollen einen Ausgleich zwischen arm und reich herstellen.

In unserem Bibeltext heißt es: „Brich dem Hungrigen dein Brot“ - das bedeutet, gib ihm ein Stück davon ab, du musst es ihm nicht ganz hergeben. Wenn du einen nackt siehst, dann kleide ihn. Du musst dafür nicht deinen Kleiderschrank leeren, sondern ihn nur kleiden mit dem, was er braucht, um seine Blöße zu bedecken. Dem Obdachlosen musst du nicht dein Haus schenken, sondern ihm nur eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen.

Das, was wir haben, haben wir nicht nur für uns selbst. Das ist Gottes Auftrag an uns - mit anderen Menschen zu teilen. Wir sollten daran denken, dass, wenn Gott es gut mit uns meint, wir es auch gut meinen sollten mit denen, die nicht so viel besitzen.

Die großen Mengen an Lebensmitteln, die heute beim Lukastisch verteilt wurden, zeigen einerseits den Überfluss und die Fülle unserer Gesellschaft und andererseits die Bedürftigkeit. Ich weiß, dass wir alle etwas davon haben, wenn wir anderen von dieser Fülle abgeben. Wer teilt, wird reich. Gott sorgt für den, der abgibt. Wer das Herz öffnet für andere Menschen, wird selbst beschenkt. In diesem Sinne, lassen Sie sich reich beschenken.

Bild Lichtbild Austria/pixelio.de

Eine Andacht von Pfarrer Kornelius Heering 

Kennen Sie Influencer? Vielleicht antworten Sie jetzt: „Ja klar, von der Grippeschutzimpfung!“. Ihre Antwort wäre dann aber nur fast richtig. Influencer finden sich nämlich in sozialen Netzwerken, bei Apps wie Instagram, TikTok und Co. Influencer: Das sind Menschen, die auffallen und über die man spricht – besonders im Internet. Sie sorgen für reichlich Klicks und Likes und ziehen eine Menge Menschen an – sogenannte follower. So nehmen die Influencer einen enormen Einfluss – und daher kommt auch ihre Bezeichnung: to influence heißt Einfluss nehmen. 

Liebe Leserin, lieber Leser, Sie sind so ein Influencer! Hätten Sie das geahnt? Vermutlich nicht! Es ist aber Jesus selbst, der uns Christen so bezeichnet.
In der Bergpredigt sagt er:  Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Und das heißt letztlich nichts anderes als: Ihr seid Influencer. Gott selbst füllt uns dazu die Hände. Er schenkt uns Kraft und Mut, auf sein Wort zu hören und danach zu handeln. Wenn wir in unserem Leben Gott vertrauen, dann fällt das bei anderen schon auf! So kommt durch uns Licht und Farbe in diese Welt; so geben wir der Gesellschaft die richtige Würze. Das sorgt für Likes – und auch für follower.
Das glauben Sie nicht? Denken Sie allein nur an die Kirchentage, wie sehr diese auffallen und wie viele Menschen diese bewegen; nächstes Jahr ist es ja wieder soweit.

Ich wünsche Ihnen als Influencer einen guten Geschmack und besonders eine helle Leuchtkraft – gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit. Ich wünsche Ihnen vor allem ein frohes Miteinander in Ihren sozialen Netzwerken – Ihrer Familie, Ihren Freunden, auch in unserer Gemeinde. Ich wünsche Ihnen, dass Gott Ihnen die Hand reichlich füllt und Sie seine Spuren in Ihrem Leben entdecken. Denn er ist bereits Ihr follower und hat Ihnen ein dickes Like gegeben!

Foto: Lehmann / GEP

Eine Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2020:
Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. (Jeremia 29, 7)

an(ge)dacht im September 2020

Grafik: GEP/Foto: Lotz

Eine Andacht von Pfarrer Jochen Lütgendorf

Gedanken zum Monatsspruch September 2020:
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. (2. Korinther 5, 19)

an(ge)dacht im August 2020

Bild gemeindebrief.de/GEP

Eine Andacht von Diakonin Anke Beisemann

Gedanken zum Monatsspruch August 2020:
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

an(ge)dacht im Juli 2020

Bild 

Ein Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

Gedanken zum Monatsspruch Juli 2020: 
„Der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1. Könige 19,7)                                                                                                                    

an(ge)dacht zum 14. Juni

Bild Gemeindebrief.de/Nahler


Eine Andacht von Pfarrer Jochen Lütgendorf

Gedanken zu Apostelgeschichte 4, 32-37 

Ein Herz und eine Seele?

an(ge)dacht 7. Juni

Bild: Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz

Eine Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

Andacht zum Lied „Nun freut euch liebe Christengemein“ (EG 341) 

Andacht zum Ausdrucken

an(ge)dacht zum Pfingstsonntag, 31. Mai

Bild piabay/Gerd Altmann

Eine Andacht von Diakonin Anke Beisemann

an(ge)dacht zum 24. Mai

Bild: Alexa/pixabay

Eine Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

an(ge)dacht zum 17. Mai

Bild epd Bild

Eine Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

Psalm 66, 20
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.

an(ge)dacht zum 10. Mai 2020

Bild Chr. von Bennigsen

Eine Andacht von Pfarrerin Christina von Bennigsen

Psalm 98, 1:
„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder."

an(ge)deacht zum 3. Mai 2020 

Bild: Michael Jordan 

Eine Andacht von Pfarrer Jochen Lütgendorf

 2. Korinther 5, 17
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

an(ge)dacht zum 26. April 2020

Bild Christina von Bennigsen

 Eine Andacht von Pfarrerin Christina von Bennigsen

Johannes 11, 11a.27
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

an(ge)dacht zum 19. April 2020

Eine Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

1. Petrus 1, 3:
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

an(ge)dacht zum Ostersonntag

Bild:Christina von Bennigsen

Eine Andacht von Pfarrerin Christina von Bennigsen

Offenbarung 1,18
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. 

an(ge)dacht zum 5. April 2020

Eine Andacht von Diakonin Anke Beisemann 

Johannes 3,14b.15
„Der Menschensohn muss erhöht werden, auf das alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“

an(ge)dacht zum 29. März 2020 

Foto Werner Krueper

Eine Andacht von Pfarrer Jochen Lütgendorf 

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20, 28)

an(ge)dacht zum 22. März 2020

Foto: ViJakob/Pixabay

Eine Andacht von Pfarrerin Inga Bödeker

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)